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RecyCoal. Energie aus Abfällen






Ein nachhaltiges Konzept, indem Kohle aus kommunalen Abfällen hergestellt und so die bestehenden gesundheitlichen und ökologischen Probleme reduziert werden.

Need

Jedes Jahr sterben ca. 2 Millionen Menschen an den Folgen von Atemwegserkrankungen. Dies wird verursacht durch das Kochen mit Holz innerhalb des Hauses. Die Verbrennung von Holz führt zu giftigem und karzinogenem Rauch, wodurch insbesondere Frauen und Kinder gefährdet sind. Vor allem in Afrika wird von einem Großteil der Bevölkerung für das Kochen und Heizen Holz verwendet. Hier liegt dementsprechend die Hauptursache von tödlichen Infektionskrankheiten bei Kindern unter fünf Jahren. Zusätzlich trägt die Holznutzung zur Abholzung der lokalen Waldbestände bei. Dies führt zu Desertifikation, Bodenerosion sowie zum Verlust der Biodiversität.

 

Concept

Wir entwickeln ein nachhaltiges Konzept, indem wir Kohle aus kommunalen Abfällen herstellen. Hierdurch können die bestehenden gesundheitlichen und ökologischen Probleme reduziert werden.

Um die Kohle herzustellen werden ligninhaltige Abfälle in einem Fass pyrolysiert. Dazu wird das trockene Material zunächst zerkleinert und in ein Fass gefüllt. Das Material wird daraufhin angezündet und zu einem kleinen Teil verbrannt, um die benötigte Wärme einzubringen. Anschließend wird das Fass luftdicht abgeschlossen und der Pyrolysevorgang kann beginnen. Um die Emissionen zu vermindern, wird zudem ein Nachbrenner verwendet, mit dem die entstehenden schädlichen Gase abgefackelt werden. Das Hauptprodukt dieser thermischen Zersetzung ist feine Kohle, welche abschließend mit einem Bindemittel, wie z. B. Maniok, zu Briketts gepresst wird. Die so entstehende Kohle hat einen höheren Heizwert als der Ausgangsstoff und ist als Brikett leichter zu handhaben.

Neben den gesundheitlichen und ökologischen Vorteilen bietet RecyCoal zudem die Möglichkeit, ein zusätzliches Einkommen durch den Verkauf der hergestellten Briketts zu generieren. Dazu sind weder ein großes Investitionsvolumen noch eine hohe Amortisationsdauer notwendig. Durch die einfache Anfangsausstattung mit einem Ölfass, einer Brikettpresse und einem Nachbrenner sind die Anfangsauszahlungen gering zu halten. Auch die laufenden Kosten für die benötigte Biomasse, das Bindemittel sowie die Verpackung und den Transport sind überschaubar. Daher lassen sich die hergestellten Briketts zu einem geringeren Preis als die herkömmliche Holzkohle verkaufen und stellen aus ökonomischer Sicht ebenfalls eine attraktive Alternative dar.

Das Unternehmen kann zudem leicht ausgebaut und erweitert werden, indem die Anfangsausstattung um weitere Ölfässer oder einen professionellen Kohlezerkleinerer ergänzt wird. Auch eine Expansion in weitere Regionen ist möglich, dank der einfach anzupassenden Produktionsbedingungen durch die Vielzahl an möglichen nutzbaren Rohmaterialien. Dazu wollen wir ein Handbuch bereitstellen, welches sowohl das nötige technische Knowhow als auch das grundlegende ökonomische Wissen vermittelt.

 

 

Status Quo

Nachdem wir mit Unterstützung unseres Projektpartners, des AT-Verbands, erfolgreich unseren zweiten Pyrolyseversuch durchführen konnten, ist die Bestätigung des Konzepts erbracht und der ersten Implementierung in Afrika steht nichts mehr im Wege! Im November 2016 sind wir im Rahmen des BMBF Forschungsprojekts Rapid Planning nach Kigali, Ruanda gereist. Wir haben mit dem lokalen Abfallunternehmen COPED erste Versuche durchgeführt und sie von unserem Konzept überzeugen können. Auch Kontakte zu Kleinbauern in der Region konnten aufgebaut werden. Mit den neu gesammelten Daten über Rohmaterial, Güterwege und nutzbare Infrastruktur haben wir den Businessplan für RecyCoal aufgestellt. Wir sind in diesem Moment vor Ort in Kigali für eine finale experimentelle Testreihe und um den Menschen vor Ort zu helfen, ihr eigenes Unternehmen zur Kohleproduktion zu gründen.

 

 

Kontakt:

Marvin Volmert

Projektleiter

marvin.volmert (at) aachen.enactus.de

Partner und Sponsoren