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RecyCoal. Energie aus Abfällen





Ein nachhaltiges Konzept, indem Kohle aus kommunalen Abfällen hergestellt und so die bestehenden gesundheitlichen und ökologischen Probleme reduziert werden.

Ein nachhaltiges Konzept, indem Kohle aus kommunalen Abfällen hergestellt und so die bestehenden gesundheitlichen und ökologischen Probleme reduziert werden.

Need

Jedes Jahr sterben mehr als 4,3 Millionen Menschen an den Folgen von vermeidbaren Atemwegserkrankungen, verursacht durch das Kochen mit festen Brennstoffen innerhalb des Hauses. Insbesondere Frauen und Kinder sind gefährdet, da eine Stunde im Dunst des Kochfeuers dem Rauch von 400 Zigaretten entspricht. Umso schlimmer ist es, dass Familien trotzdem ein Drittel ihres Monatseinkommens für die Brennstoffe ausgeben müssen. Geld, welches ansonsten für Bildung oder zur Verbesserung ihres Lebensstandards ausgegeben werden könnte. Aber nicht nur die Menschen leiden darunter, sondern auch die Umwelt: Fast drei Millionen Hektar bedrohter Regenwald verschwinden pro Jahr durch Abholzung zur Brennstoffgewinnung. Die Folge sind Wüstenbildung, Erosion, und der Verlust der Artenvielfalt.

Ziel von RecyCoal ist die Herstellung eines in Relation zur konventionellen Holzkohle günstigeren Substituts, welches durch Pyrolyse von ungenutzter Biomasse gewonnen wird. Bei diesem Ansatz werden die meisten Schadstoffe bereits während des Pyrolyseprozesses eliminiert, wodurch bei der anschließenden Verwendung der RecyCoal-Kohle weniger toxische Rauchgase entstehen.

Concept

Wir haben ein nachhaltiges Konzept zur Lösung der obengenannten Probleme entwickelt, indem wir Kohle aus kommunalen Abfällen herstellen. Durch die Verwendung dieses alternativen Brennstoffes können die bestehenden gesundheitlichen und ökologischen Schäden reduziert werden.

Um die Kohle herzustellen werden ligninhaltige Abfälle in einem eigens von uns entwickelten System pyrolysiert. Dazu wird das trockene Material zunächst zerkleinert und in ein Fass gefüllt. Im nächsten Schritt wird das Material angezündet und zu einem kleinen Teil verbrannt, um die benötigte Wärme zuzuführen. Anschließend wird das Fass luftdicht abgeschlossen und der Pyrolysevorgang kann beginnen. Um die Emissionen zu vermindern, wird zudem ein Nachbrenner verwendet, mit dem die entstehenden schädlichen Gase abgefackelt werden. Das Hauptprodukt dieser thermischen Zersetzung ist feine Kohle, welche abschließend mit einem Bindemittel, wie z. B. Maniok, zu Briketts gepresst wird. Die so entstandene Kohle hat einen höheren Heizwert als der Ausgangsstoff und ist als Brikett leichter zu handhaben.

Neben den gesundheitlichen und ökologischen Vorteilen bietet RecyCoal zudem die Möglichkeit, ein zusätzliches Einkommen durch den Verkauf der hergestellten Briketts zu generieren. Dazu sind weder ein großes Investitionsvolumen noch eine hohe Amortisationsdauer notwendig. Durch die einfache Anfangsausstattung mit einem Ölfass, einer Brikettpresse und einem Nachbrenner werden die Erstinvestitionen gering gehalten. Auch die laufenden Kosten für die benötigte Biomasse, das Bindemittel sowie die Verpackung und den Transport sind vergleichsweise niedrig. Daher lassen sich die hergestellten Briketts zu einem geringeren Preis als die herkömmliche Holzkohle verkaufen und stellen aus ökonomischer Sicht ebenfalls eine attraktive Alternative dar.

Das Geschäftsmodell ist zudem leicht skalierbar, indem die Anfangsausstattung um weitere Ölfässer oder einen professionellen Abfall-Schredder ergänzt wird. Auch eine Expansion in weitere Regionen ist möglich, dank der einfach anzupassenden Produktionsbedingungen und die Vielzahl an möglichen nutzbaren Rohmaterialien. Dazu wollen wir ein Handbuch bereitstellen, welches sowohl das nötige technische Knowhow als auch das grundlegende ökonomische Wissen vermittelt.

Status Quo

Im Sommer 2017 waren wir für sechs Wochen in Kigali, Ruanda, wo wir unser Pyrolyse-System unter Realbedingungen testen und für den Einsatz optimieren konnten. Zusammen mit unseren Partnern haben wir bereits die produzierte Kohle analysiert und wichtige Informationen für die Optimierung unseres Produktes gesammelt. Oberste Priorität hat von nun an die Vorbereitung der Erstimplementierung unseres Projektes in Kigali, welche wir Mitte des Jahres 2018 abschließen werden.

Outlook

Im Laufe des nächsten Jahres werden wir das Projekt endgültig in Kigali umsetzen, und über die Einbindung in das Großprojekt „Rapid Planning“ die Zusammenarbeit mit unseren Partnern weiter intensivieren. Wir hoffen, so schrittweise immer mehr Menschen zu erreichen und ihre Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern.

 

 

Kontakt:

Marvin Volmert

Projektleiter

marvin.volmert (at) aachen.enactus.de

+49 157 37024987

Partner und Sponsoren